Halten Daten im Internet doch nicht ewig?

USB-Stick Daten halten nicht ewig (Foto pixabay.com, analogicusBisher wurde vermutet, dass das Internet nichts vergißt und daher sämtliche Daten bis zum Ende des Universums erhalten bleiben. Das scheint aber nicht zu stimmen wie das Beispiel Myspace zeigt: Dem einst größten sozialen Netzwerk sind 50 Mio. Dateien, die zwischen 2003 und 2015 hochgeladen wurden, inzwischen verloren gegangen. Liegt es an den Speichern?

Inhalte gehen konstant offline

Auf die Tatsache, dass gespeicherte Inhalte von Nutzern früher oder später verloren gehen können, weist auch „The Conversation“ hin. In einem Bericht dieses wissenschaftlichen Internetportals heißt es, dass momentan zwar rund 15 Zettabyte an Daten im Umlauf und pro Sekunde etwa 70 Terabyte hinzu kommen. Doch auf der anderen Seite gehen Inhalte auch konstant offline und können nicht mehr wiederhergestellt werden. Dabei handelt es sich übrigens keineswegs um Inhalte, die von den entsprechenden Usern absichtlich gelöscht werden.

Speichermedien mit Ablaufdatum

Wie die Datenverluste ohne Zutun der User zustande kommen (etwa im Fall Myspace) ist offenbar noch nicht genau geklärt. Zum Teil liegt es an technischen Speicherproblemen. Beispielsweise halten magnetische Speichermedien wie Festplatten nur drei bis fünf Jahre. Die darauf vorhandenen Daten müssen immer wieder kopiert werden. Dabei stellt sich auch die Frage, welche Daten es wert sind, erhalten zu werden. Ein weiteres Problem ist veraltete Software. Wenn Daten beispielsweise in den 1980er-Jahren auf Software wie WordPerfect oder WordStar gespeichert wurden, kann es in Zukunft sehr schwer sein, sie zu lesen, vor allem wenn die Software nicht mehr unterstützt wird oder die Entwicklerfirmen nicht mehr im Geschäft sind.

Hohe Kosten für den Erhalt der Daten

Es gibt viele Organisationen, die versuchen, möglichst viele Daten am Leben zu halten. Ein Start-up namens „The Internet Archive“ macht beispielsweise Fotos von größeren Seiten (beispielsweise New York Times). Jedoch erfasst sie damit nur etwa 0,0003 Prozent aller Daten im Internet. Die Kosten für die Erhaltung von Daten sind auf lange Sicht ebenfalls hoch. Sie werden laut „The Conversation“ über einen Zeitraum von zehn Jahren auf etwa 2.500 Dollar pro Terabyte eingeschätzt. Ob für diese Kosten aufgekommen wird, hängt vom Wert der Daten ab. Persönliche Inhalte könnten demnach verloren gehen.

 

 

2 Kommentare zu „Halten Daten im Internet doch nicht ewig?

  1. Die Erfahrung habe ich auch gemacht, von wegen, das Internet vergißt nie. Schön wär’s. Immer wieder passiert es mir, daß ich einen Artikel, von dem ich denke „Kann ich ja nochmal aufrufen“, nach schon einer Woche nicht mehr wiederfinde.
    Meine Fotos und privaten Daten speichere ich einmal pro Jahr auf einer extra dafür angeschafften externen Festplatte zusätzlich ab. Wenn allerdings Computer und externe Festplatte gleichzeitig schlappmachen, seh ich alt aus.

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    1. also ich speichere inzwischen mehrfach – oder ich versuche es zumindest. zumindest die beruflichen sachen packe ich auch in die cloud und auf eine externe festplatte. meine partnerin, die inzwischen fast ausschließlich mit apple geräten arbeitet, hat sich da bereits ein echtes netzwerk aufgebaut. da sollte ansich nichts mehr verloren gehen. ist aber auch schon passiert.

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