KI namens „Ghostwriter“ soll Arbeiten von Ghostwritern erkennen

Kopenhagen: Immer mehr Studenten und Schüler lassen wichtige Arbeiten von Ghostwritern schreiben. In Zukunft könnte eine KI von Forschern der Universität Kopenhagen, die ebenfalls „Ghostwriter“ heißt, dem einen Riegel vorschieben. Sie erkennt mit 90-prozentiger Genauigkeit, ob eine Arbeit auch wirklich vom angeblichen Verfasser stammt. Die Technologie könnte zudem helfen, Fälschungen von Dokumenten zu erkennen oder Twitter-Bots zu entlarven.

Maschinenlernen und Textanalyse

Aus Schulen und Universitäten rund um die Welt ist bekannt, dass steigender Leistungsdruck zu mehr Schummeln beim Schreiben von Hausarbeiten oder auch Dissertationen führt. In Dänemark kommt daher die Plattform „Lectio“ des Unternehmens MaCom zum Einsatz. Diese sucht in wichtigen schriftlichen Arbeiten nach offensichtlichen Plagiaten in Form von direkt aus früheren Arbeiten kopierten Textstellen. Eine Arbeit jedoch, die von einem Ghostwriter ohne Plagiat-Anteile geschrieben wurde, erkennt Lectio nicht. Die neue KI soll nach den Worten von Stephan Lorenzen, der an ihrer Entwicklung beteiligt war, dazu aber in der Lage sein.

Um das zu ermöglichen, sucht das System stilistische Abweichungen zwischen der aktuellen Arbeit und früheren Arbeiten eines Schülers. „Neben anderen Variablen betrachtet das Programm Wortlänge, Satzstruktur und wie Wörter genutzt werden“, erklärt Lorenzen. Das umfasst auch, ob und wie Abkürzungen genutzt werden. Die Basis für die KI bilden dabei Maschinenlernen und neuronale Netze. Als Trainingsdatensatz hat MaCom 130.000 Arbeiten von 10.000 Schülern verfügbar gemacht. Das vorerst als Forschungsprojekt gedachte „Ghostwriter“ System erkennt nun zu fast 90 Prozent, ob eine Arbeit vom angeblichen Urheber oder eben einem Ghostwriter stammt.

KI könnte auch gefälschte Dokumente erkennen

Lorenzen hält für durchaus realistisch, dass das System in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich an Schulen zum Einsatz kommt. Immerhin müssten diese technologisch am Puls der Zeit bleiben, wenn es um die Prüfung der Echtheit von Arbeiten geht. „Bevor es dazu kommt, bedarf es aber einer ethischen Diskussion, wie die Technologie genutzt werden sollte“, betont der Informatiker. Er warnt speziell davor, Resultate des Programms als alleiniges Entscheidungskriterium zu nutzen.

Die dem System zugrunde liegende Technologie könnte auch für andere Anwendungen interessant sein. So könnte sie Polizeibehörden helfen, Dokumente auf Echtheit zu prüfen. Experten betrachten dazu schließlich qualitative Parallelen und Unterschiede zwischen Schriftstücken. „Wir könnten große Mengen Daten in kurzer Zeit ansehen und Muster finden“, meint Lorenzen. Bereits praktisch erprobt haben die Forscher wiederum, dass ihre KI bei Tweets feststellen kann, ob diese wirklich von einem User, von einem bezahlten Schreiber oder einem Bot stammen.

3 Kommentare zu „KI namens „Ghostwriter“ soll Arbeiten von Ghostwritern erkennen

    1. ja – und da könnte beispielsweise auch festgestellt werden, dass all die reden der meisten personen des öffentlichen lebens von ghostwritern stammen. freut mich übrigens liebe clara, dass du auch mal bei meinem neuen technikblog vorbeischaust…

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